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Neuigkeiten

Unsere neue Website: (Be)suchen und gewinnen!

Es ist so weit: Ab sofort präsentiert sich unsere neue Website in modernem Design und mit neuer Struktur. Zum Start gibt es ein Land-der-Ideen-Überraschungspaket zu gewinnen. weiterlesen

Interview: Netzwerk gegen Wohnungskummer

Hauptsache weg von zu Hause! Die Gründe können vielfältig sein: Entscheiden sich Minderjährige für ein Leben auf der Straße, brauchen sie schnelle und unkomplizierte Unterstützung. Wie der „Ausgezeichnete Ort“ MOKLI ihnen zur Seite steht, erklärt Jörg Richert vom Berliner Jugendhilfeverein KARUNA und Gründer der neuen Hilfefinder-Plattform. weiterlesen

Ausgezeichnete Orte 2017 aus Berlin gewürdigt

Nach Sachsen, Saarland, Bremen, Bayern und Sachsen-Anhalt waren nun die insgesamt 26 „Ausgezeichneten Orte“ aus Berlin an der Reihe, bei einem Empfang in der Senatskanzlei in ihrer Stadt gewürdigt zu werden. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller lud gemeinsam mit uns und der Deutschen Bank zu einem Empfang in das Rote Rathaus ein. weiterlesen

Bis Januar 2018: Ausstellung im Quartier Zukunft

Eine Virtual-Reality-Brille für den Biologieunterricht, Prothesen aus dem 3D-Drucker und eine zweite Chance für schräges Gemüse: Ausgewählte Preisträger des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ sind jetzt in einer Ausstellung im Quartier Zukunft zu sehen. weiterlesen

KARUNA e.V.

Interview: Netzwerk gegen Wohnungskummer

Hauptsache weg von zu Hause! Die Gründe können vielfältig sein: Entscheiden sich Minderjährige für ein Leben auf der Straße, brauchen sie schnelle und unkomplizierte Unterstützung. Wie der „Ausgezeichnete Ort“ MOKLI ihnen zur Seite steht, erklärt Jörg Richert vom Berliner Jugendhilfeverein KARUNA und Gründer der neuen Hilfefinder-Plattform.

Wie entstand die Idee zu MOKLI?
Bei KARUNA arbeiten wir nach dem Prinzip der Augenhöhe unter anderem mit jungen Menschen zusammen, die obdachlos leben. Das bedeutet: Wir suchen gemeinsam mit den Betroffenen nach Lösungen. In einem Meeting sagte eine junge Frau: Als ich viele Jahre obdachlos war, hätte ich mir eine Telefonnummer gegen Wohnungskummer gewünscht. Das war die Initialzündung. Wir wollten aber etwas Moderneres entwickeln. Und haben uns gefragt: Warum gibt es keine digitalen Hilfsangebote, zum Beispiel eine App oder mobile Website?

Wie ging es weiter?
Gemeinsam mit Mitgliedern der Straßenkinderinitiative MOMO haben wir überlegt: Wie kann man jungen Obdachlosen in ihrer existenziellen Not helfen, die richtigen Anlaufstellen in ihrer Nähe zu finden? Dabei muss man bedenken: Bei Jugendlichen ist das Selbsthilfepotenzial noch nicht so entwickelt. Es fehlen die Erfahrungen, wie man sich auf der Straße durchschlägt. Das birgt Gefahren. Wir wissen beispielsweise aus unserer Arbeit, dass viele über Monate Couch-Hopper sind, sich über die sozialen Netzwerke eine Unterkunft organisieren. Oft werden sie dort Opfer von Gewalt und Missbrauch. Über MOKLI finden sie sichere Übernachtungsmöglichkeiten.

Welche sind das? Und was finde ich noch über Ihre mobile Seite?
Sichere Bleiben sind zum Beispiel Inobhutnahmestellen. Im Notfall vermitteln wir auch ein Hotelzimmer. Außerdem finden Jugendliche über MOKLI heraus, wo sie etwas zu Essen und Trinken bekommen, wo sie ihre Wäsche waschen können oder wo die nächste Beratungsstelle ist. Mittlerweile haben wir 3.500 Einrichtungen dieser Art bundesweit recherchiert und die Daten in eine Adressendatei eingegeben, die wir stetig aktualisieren und die per Smartphone abgerufen werden kann.

Haben alle obdachlosen Jugendlichen ein Smartphone?
Ja, die meisten sind bestens vernetzt und unterstützen sich gegenseitig. Das ist ein Netzwerk, das wir oft unterschätzen. Wenn der eine durchhängt, klopft er beim anderen an. Dann trifft man sich, gibt gute Ratschläge. Als Experten ihrer Lebenssituation entwickeln die Jugendlichen teils Lösungen, auf die wir nicht kommen. Diese Hilfsbereitschaft fördert MOKLI: In unseren WhatsApp-Gruppen werden auch Sachfragen geklärt, etwa: Wie kann ich einen Hartz-IV-Bogen ausfüllen?

Was war Ihnen bei der Entwicklung der Plattform wichtig?
Man muss immer die Lebenssituation der Nutzer bedenken. Die Jugendlichen stehen unter Stress, sind meist in großer Not. Daher galt für uns: Weniger ist mehr. Das Datenvolumen durfte nur so groß sein, dass es schnell heruntergeladen werden kann. Statt auf Clips und technische Spielereien haben wir auf leicht verständliche Icons gesetzt.

Und wenn MOKLI nicht weiterhelfen kann?
Über unseren Notruf-Button kommen fast täglich Notrufe, wo nichts mehr geht und die Plattform nicht weiterhilft. Dann müssen wir rasch reagieren. So wie heute Morgen, als eine 18-Jährige uns geschrieben hat. Sie will ins betreute Wohnen für Mädchen, weil sie sich in einer bedrohlichen Situation befindet. Diese junge Frau werden wir schnellstmöglich zurückrufen und versuchen, den Fall zu lösen.

Wie kann ich als Bürger Straßenkindern helfen? Und was sollte die Politik tun?
Jeder Einzelne kann Hilfsprojekte finanziell oder ehrenamtlich unterstützen. Auch wir suchen zum Beispiel Ehrenamtliche, die Jugendlichen beistehen. Wäre ich Minister, würde ich Jugendobdachlosigkeit zum zentralen Thema machen. Denn die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die auf der Straße leben, wächst. Wir brauchen mehr Inobhutnahmestellenplätze – und eine langfristige Lösung, wie wir schneller Wohnraum zur Verfügung stellen können. In Dänemark etwa bekommen Bedürftige innerhalb von 14 Tagen eine Einzimmerwohnung. Bei uns müssen sich Betroffene teils über Jahre beweisen, dass sie mit der eigenen Wohnung solide umgehen können. Daran scheitern viele Menschen und bleiben dauerhaft wohnungslos.

Deutschlands Innovationswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“
„Offen denken. Damit sich Neues entfalten kann“: Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank prämieren 2017 bundesweit die 100 besten Projekte, die zeigen, wie Offenheit für Neues unsere Gesellschaft voranbringen kann.

Weitere Infos zum Wettbewerb und zur MOKLI-Plattform: www.ausgezeichnete-orte.de sowie www.karunaberlin.de.

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