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Upride - Fahrraddaten für die Planung

Mithilfe eines Trackers sammelt Upride Radverkehrsdaten über die Nutzung und den Zustand der Infrastruktur sowie Verkehrssicherheitsdaten, um Kommunen bei der Instandhaltung und zukunftssicheren Planung der Radverkehrsinfrastruktur zu unterstützen.

Institution: betternotstealmybike UG, Dachau (Bayern)

Daten werden in der Verkehrsplanung immer wichtiger, auch und gerade im Radverkehr. Innovative Ansätze zur Gewinnung dieser Daten geben uns mehr Möglichkeiten – in der Planung, aber auch in der Argumentation mit Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit.

Gernot Steinberg, Dipl.-Ing., Geschäftsführer, Planersocietät

Für die effiziente Planung und Instandhaltung von städtischen Fahrradwegen ist eine solide und verlässliche Datengrundlage unverzichtbar. Um die bestehenden Lücken dieser Datengrundlage zu schließen, haben sich die Initiatoren von Upride zum Ziel gesetzt: Mit einem speziell entwickelten Fahrrad-Tracker werden verschiedene Daten über den Verkehrsfluss und identifizierte Gefahrenstellen, wie Schlaglöcher oder Ausweichmanöver, erhoben.

Im Gegensatz zu Apps bietet der Einsatz des Trackers mehrere Vorteile: Zum einen sorgt er beim Fahrradfahrer und Nutzer für maximale Benutzerfreundlichkeit, da er automatisch erkennt, wenn eine Route gestartet und beendet wird. Im Vergleich zu anderen App-Lösungen gewährleistet dies eine permanente Nutzung und erfasst auch relevante Kurzstrecken. Zum anderen erfasst der Tracker keine personenbezogenen Daten, da diese für die Datenauswertung und Verkehrsplanung nicht relevant sind. Er fokussiert lediglich den Aspekt, wie sicher, komfortabel und schnell eine Route gefahren wurde.

Mit all diesen Daten und Ergebnissen aus einer Erhebung bekommt Verkehrsplanung nicht nur ein Werkzeug an die Hand, um die Infrastruktur gezielt zu entwickeln und zu verbessern. Es wird auch eine Argumentationsbasis aufgrund von Fakten geschaffen, um häufig emotional geführte Debatten in der Branche zu versachlichen.

Gut zu wissen

  • Die Gründung der betternotstealmybike UG erfolgte 2018 nach einem Hackathon.
  • Partner des Projektes sind der Digital Hub Mobility in München sowie die Stadt München.
  • Das Motto der Gründer lautet „Knackarsch statt Bleifuß“.

Interview mit Steffen Linßen, Geschäftsführer, betternotstealmybike UG

Welche Herausforderungen gab es bei der Umsetzung?

Als junges Unternehmen ist die Zusammenarbeit mit den Kommunalbehörden wahrscheinlich eine der größten Herausforderungen. Die Vergaberichtlinien geben jungen Start-ups praktisch kaum eine Chance, sich an öffentlichen Projekten zu beteiligen. Erschwerend kommt hinzu, dass es bundesweit erhebliche personelle und finanzielle Engpässe in der Radverkehrsplanung gibt. Allerdings erleben wir langsam auch ein Umdenken in den Städten. Wir halten es aber für wichtig, weiter für unsere Vision zu kämpfen.

Wo sehen Sie Ihr Projekt in fünf Jahren?

In fünf Jahren sehen wir uns als einen wichtigen Anbieter von Fahrradverkehrsdaten und deren Auswertungen. Gleichzeitig wollen wir aber auch Dienstleister für Kommunen sein, um gemeinsam mit den Bürgern Radverkehrsdaten zu erheben. So möchten wir Kommunen und Verkehrsplaner dabei unterstützen, neue Infrastruktur gerecht, aber auch transparent und effizient zu planen und diese Planungen mit unseren Daten objektiv begründbar zu machen.

Was raten Sie anderen Menschen, die eine gute Idee haben und sie in die Tat umsetzen wollen?

Kurz und bündig: Traut euch! Wir haben in Deutschland so viele verschiedene Möglichkeiten der Finanz- und Wissensförderung. Wenn man an seine Idee glaubt und für sie einsteht, bekommt man die Unterstützung, die man braucht. Man lernt jeden Tag neue, spannende Dinge und Menschen kennen und entwickelt sich mit seinem Projekt. Und: Es macht einfach unglaublich viel Spaß, mit einem motivierten Team auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten, den Fortschritt zu sehen, aus Fehlern zu lernen und jeden Tag Neues zu entdecken.