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VirtualCity@FMS

Bei der VirtualCity@FMS handelt es sich um eine holistische Software zur Visualisierung und Simulation von Mobilitätskonzepten und verkehrlichen Schwerpunkten.

Institution: Future Mobility Solutions GmbH, Gaimersheim (Bayern)

Visualisierung, Simulation und Vermittlung. Es sind unglaublich viele Anwendungsfälle denkbar, die in unseren Visionen zukünftiger Mobilitätskonzepte und Infrastrukturen mithilfe der VirtualCity geplant und vorbereitet werden können.

Robert Classen, Senior Developer – Algorithmen- und Softwareentwicklung, Future Mobility Solutions GmbH

Die zunehmende Komplexität des Mobilitätssektors, eine eingeschränkte Realitätsnähe in der Planung neuartiger Mobilitätskonzepte und eine fehlende gesellschaftliche Akzeptanz potenziell disruptiver Mobilitätsangebote stellen die gesamte Branche vor große Herausforderungen. Die VirtualCity@FMS setzt genau dort an: Durch dieses Tool können verkehrliche Situationen und infrastrukturelle Ausschnitte sowohl simuliert als auch evaluiert werden. Auf Basis von GIS-Daten und einer hauseigenen Algorithmik kann durch Plug-and-Play-Technologie binnen weniger Minuten jegliche Verkehrsinfrastruktur visualisiert werden. Die daraus resultierende dreidimensionale Darstellung basiert auf der Unity-Game-Engine.

Durch die VirtualCity@FMS können unterschiedliche Szenarien beleuchtet werden, angefangen von einem Panorama-Flug über eine Stadt bis hin zu detaillierten Anwendungsfällen unterschiedlicher Verkehrsmodi an einzelnen Verkehrsknotenpunkten. Die Validität der Simulationsumgebung ermöglicht die realitätsnahe Abbildung jeglicher aktueller und zukunftsgerichteter Szenarien. Mithilfe der Schnittstellenfunktion können vielfältige Datenquellen, wie OpenStreetMap, OpenDrive oder CityGML, integriert werden. Perspektivisch werden ebenso dynamische Daten-Feeds angebunden.

Gut zu wissen

  • Die Unternehmensgründung erfolgte 2016. Aktuell (August 2020) hat das Unternehmen 60 Mitarbeiter.
  • Eine Anbindung der VirtualCity zur Simulationssoftware SUMO (Open-Source-Software des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums) wird derzeit entwickelt.
  • Die VirtualCity wurde im Jahr 2019 mit dem eMove360°-Award in der Kategorie „Mobility Concepts“ ausgezeichnet.

Interview mit Prof. Dr. Harry Wagner, Geschäftsführer, FMS Future Mobility Solutions GmbH

Wie ist die Idee zu Ihrem Projekt entstanden?

Die beste Technologie ist nutzlos, wenn sie von der Gesellschaft nicht akzeptiert und nachgefragt wird. Gerade im Mobilitäts- und Verkehrskontext müssen innovative Technologien daher gewinnbringend integriert werden um überhaupt einen potenziellen Teil der Lösung unserer Herausforderungen in diesem Sektor darzustellen. Um also Verkehrssysteme zukunftsfähig gestalten und bedarfsorientiert weiterentwickeln zu können, müssen Infrastrukturen mit technischen Mobilitätslösungen miteinander in Einklang gebracht werden. Und das ab der ersten Vision, kostengünstig, schnell, flexibel und nutzerfreundlich. Mit dieser Überzeugung startete das Projekt mit dem Ziel, eine modulare Softwarelösung für innovative Mobilitätskonzepte zu entwickeln.

Welche Herausforderungen gab es bei der Umsetzung?

Eine große Stärke der VirtualCity@FMS ist zugleich eine der größten Herausforderungen: Eine Plattform, die in der Lage ist, eine Vielzahl unterschiedlicher Datenformate in eine funktionstüchtige und aussagekräftige Simulation zu verwandeln. So müssen beispielsweise statische Daten aus OpenStreetMaps mit dynamischen Daten, etwa aus SUMO sowie dreidimensionalen und detailgetreuen Gebäude- und Umweltmodelle miteinander vereint werden. Je nach Anwendungsfall werden hier nur Teile einer umfangreichen Toolchain benötigt. Gleichzeitig muss darauf geachtet werden, dass die Simulation dennoch stabil läuft.

Wo sehen Sie Ihr Projekt in fünf Jahren?

Die VirtualCity@FMS ist als Rückgrat unserer täglichen Arbeit im Bereich Mobilität und Verkehr etabliert. Zukünftige Mobilitätskonzepte sollen viele gesellschaftliche und umweltorientierte Fragestellungen lösen. Um aber überhaupt einen positiven Beitrag leisten zu können, müssen diese bereits ab der ersten Idee auf ihre Umsetzbarkeit und ihre Auswirkungen getestet werden. Wir sind davon überzeugt, mit der VirtualCity genau hier einen nachhaltigen Mehrwert für alle Stakeholder zu bieten.

Was raten Sie anderen Menschen, die eine gute Idee haben und sie in die Tat umsetzen wollen?

Es ist egal, ob die Idee im Unternehmen oder im privaten Umfeld geboren wird. Sprechen Sie mit anderen darüber und lassen Sie sich dabei unterstützen, Ihre Idee immer weiter zu verbessern und vor allem Ihre Zielgruppe besser kennenzulernen. Geben Sie der Sache lieber einen Versuch zu viel als einen zu wenig; wenn es einfach wäre, würde es jeder machen. Holen Sie sich Mitstreiter mit Kompetenzen, die Ihre Fähigkeiten ergänzen und ein vergleichbares Zielverständnis haben wie Sie.