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„Gehetzt und vertrieben“

Süddeutsche Zeitung

„Gehetzt und vertrieben“ ist eine gleichermaßen fesselnde und verstörende Reportage über die Rolle von Facebook im Genozid an der muslimischen Minderheit der Rohingya in Myanmar. Obgleich die Gräueltaten des bereits Jahre andauernden Konfliktes medial immer wieder präsent sind, zeigt der ausgezeichnete Artikel einen bisher wenig bekannten und hochbrisanten Nebenschauplatz auf: Der von Meta Platforms betriebene Social-Media-Gigant Facebook muss sich der Anschuldigung stellen, seine Kanäle unzureichend vor Hassreden, Hetze und Falschnachrichten in dem von Konflikt zerrütteten Land geschützt zu haben. Anfeindungen und Aufwiegelungen aus den sozialen Medien konnten sich über Jahre ungehindert in der Bevölkerung verbreiten – mit fatalen Konsequenzen. Das Team der Süddeutschen Zeitung hat in fachlicher und journalistischer Exzellenz einen hintergründigen und aufwühlenden Beitrag geschaffen, der auf beklemmende Weise die Schattenseiten sozialer Netzwerke zeigt und deutlich macht, wie schwierig es in einer globalisierten Welt ist, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

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Über die AutorInnen

Lena Kampf, Redakteurin im Ressort Investigative Recherche der SZ. Sie hat zuvor für die Recherchekooperation aus SZ, WDR und NDR in Berlin und Brüssel gearbeitet. Sie hat 2019 mit einer Reportage über die #Metoo-Bewegung im Europaparlament den „Deutsch-Französischen Journalistenpreis" gewonnen. Im Sommer 2016 verbrachte sie zwei Monate als Arthur F. Burns Fellow bei der Zeitung Miami Herald in Florida.

Andrian Kreye ist leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung. Von 2007 bis 2020 war er dort Ressortleiter des Feuilletons. Davor war er lange als Korrespondent in den USA. Dort hat er auch die Entwicklung der digitalen Welt von der Subkultur zur Alltagstechnologie begleitet. Er ist Autor mehrerer Bücher. Zuletzt erschien von ihm „Macht euch die Maschinen untertan – vom Umgang mit künstlicher Intelligenz“.

Georg Mascolo ist Journalist.

David Pfeifer, Jahrgang 1970, ist Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Süd-Ost-Asien und lebt in Bangkok. In den 1990er- und 2000er-Jahren war er unter anderem Chef vom Dienst beim Magazin Tempo und Ressortleiter für Kultur und Digitales beim Stern. Er hat mehrere Sachbücher und Romane geschrieben, 2014 kam er zur SZ, um die neue Wochenend-Ausgabe zu entwickeln. 2020 zog er nach Thailand und versucht seitdem 14 Länder im Blick zu behalten, von Indien bis nach Indonesien.