QR-Code: https://land-der-ideen.de/wettbewerbe/ausgezeichnete-orte-im-land-der-ideen/preistraeger-2019/kameri

Sicherheitssystem für Mensch-Maschine-Abläufe

Dieses System analysiert erstmals kognitive Zustände von Arbeitern, um Unfälle in der Industrie zu vermeiden

AWS-Institut für
digitale Produkte und Prozesse

Uni Campus Nord D 5 1
66123 Saarbrücken
Saarland

Mit KAMeri heben wir den Arbeitsschutz auf eine neue Ebene, indem wir bestehende Schutzmechanismen bei der Mensch-Technik-Interaktion um die kognitiven Zustände der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erweitern.

Tim Kappel, Projektverantwortlicher

Mein Kollege, der Roboter

Arbeitsunfälle können nicht nur für die Betroffenen schlimme Folgen haben, sondern auch für die Unternehmen. Vor allem in der engen Zusammenarbeit mit Industrierobotern sind Unfälle im hektischen Arbeitsalltag vorprogrammiert – zum Beispiel durch komplexe Bewegungsabläufe oder unerwartetes Anlaufen der Roboter. Das neuartige Arbeitsschutzkonzept KAMeri erhöht die Sicherheit: Über Gehirn-Computer-Schnittstellen in Headsets berechnet das System beispielsweise den Stresslevel oder die Konzentrationsfähigkeit der Arbeiter. Je nach Ergebnis wird die Steuerung der Roboter automatisch angepasst. So verbessert KAMeri die Interaktion zwischen Mensch und Maschine – und damit die Sicherheit industrieller Abläufe.

Mit dem Laden des Videos werden Datenverbindungen zu Youtube / Google aufgebaut. Weitere Informationen finden Sie hier

Gut zu wissen:

  • Die Projektlaufzeit ist zunächst auf drei Jahre angelegt und das Interesse aus der industriellen Praxis groß.

  • Das System ist offen, generisch und modular gestaltet und nutzt beispielsweise das Robot Operating System-Framework ROS. Der Verzicht auf proprietäre Lösungen erleichtert später die Implementierung in Betrieben.

  • Neben dem AWS-Institut sind die Firmen NEXT. robotics, eemagine Medical Imaging Solutions sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz an der Entwicklung beteiligt.

DREI FRAGEN AN

Tim Kappel

Projektverantwortlicher

Wie kamen Sie auf die Idee für Ihr Projekt?

Arbeitsunfälle haben nicht nur für die Betroffenen gravierende Folgen, sondern sind auch für die beteiligten Unternehmen und die deutsche Wirtschaft im Allgemeinen ein nicht zu vernachlässigender Kostenfaktor. Die Hauptursachen für Arbeitsunfälle sind dabei menschliche Verhaltensfehler - basierend auf Unachtsamkeit, Stress oder Hektik. Gerade in der engen Zusammenarbeit mit Industrierobotern wird dies begünstigt durch komplexe Bewegungsabläufe, unvorhersehbare Veränderung von Position und Geschwindigkeit oder uner-wartetes Anlaufen der Roboter. Daraus entstand die Idee, den Arbeitsschutz mittels eines innovativen Ansatzes auf die kognitiven Zustände der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erweitern.

Wo stehen Sie heute in der Umsetzung?

Nachdem die einzelnen Komponenten des Gesamtsystems bei den Projektpartnern gut vorangeschritten sind, stehen wir aktuell kurz vor den ersten Integrationstests. Hierbei werden wir das System in einem konkreten, industriellen Anwendungsfall testen.

Wo sehen Sie Ihr Projekt in fünf Jahren?

Wir erhoffen uns, mit KAMeri einen relevanten Beitrag für den Arbeitsschutz in Umgebungen mit enger physischer Kooperation zwischen Mensch und Maschine geleistet zu haben. Darüber hinaus soll das Konzept der Berücksichtigung des kognitiven Arbeitsschutzes auf weitere Bereiche der Mensch-Technik-Interaktion ausgeweitet werden.

Mehr erfahren auf aws-institut.de

Alle „Ausgezeichneten Orte im Land der Ideen“ 2019

Newsletter