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Berufstest MYSKILLS für Ungelernte und Geflüchtete

Dieser neuartige Computertest hilft Menschen ohne deutschen Berufsabschluss beim Einstieg in den Arbeitsmarkt

Bertelsmann Stiftung
Carl-Bertelsmann-Straße 256
33311 Gütersloh

MYSKILLS macht bisher unsichtbare Fachkompetenz sichtbar. Dadurch haben Menschen mit Berufserfahrung bessere Beschäftigungschancen und Betriebe finden die gesuchten Fachkräfte.

Gunvald Herdin, Projektleiter bei der Bertelsmann Stiftung

Digitaler Wissenscheck als Job-Sprungbrett

Millionen Menschen, die in Deutschland leben und arbeiten, gelten formal als gering qualifiziert – und haben damit keinen Beleg für ihr berufliches Können. Zudem kommen Jahr für Jahr viele Geflüchtete ins Land, die in ihren Heimatländern gearbeitet haben, jedoch kein Zertifikat über ihre Kompetenzen besitzen. Der Test MYSKILLS der Bertelsmann Stiftung und der Bundesagentur für Arbeit löst dieses Problem mit computerbasierten Kompetenztests für 30 Berufe. Die Tests zeigen, welche Fähigkeiten vorhanden sind und wo Entwicklungsbedarf besteht. Anhand der Ergebnisse können die Mitarbeiter der Jobcenter und Arbeitsagenturen Jobs und Qualifizierungsmaßnahmen vermitteln. Die MYSKILLS-Tests, die bundesweit im Einsatz sind, gibt es in sechs Sprachen.

Gut zu wissen:

  • Der MySkills-Test ist immer eingebettet in persönliche Beratungsgespräche mit einem Arbeitsvermittler oder einer Arbeitsvermittlerin.

  • Es stehen Versionen in sechs Sprachen zur Verfügung: Deutsch, Englisch, Arabisch, Farsi, Russisch und Türkisch.

  • Das Durchlaufen eines kompletten Tests am Computer dauert drei bis vier Stunden.

  • An der Entwicklung der Inhalte waren rund 100 berufsfachliche Experten direkt beteiligt. Weitere 300 wurden zur Überprüfung und Optimierung herangezogen.

DREI FRAGEN AN

Gunvald Herdin
Projektleiter bei der
Bertelsmann Stiftung

Wie kamen Sie auf die Idee für Ihr Projekt?

In Deutschland gibt es derzeit knapp fünf Millionen Erwerbspersonen, die als formal geringqualifiziert gelten. Die meisten davon leben und arbeiten bereits seit langem in Deutschland. Was ihnen fehlt, ist ein Berufsabschluss. Wir befassen uns schon seit einigen Jahren mit der Frage, wie diese Menschen ihr berufliches Können belegen und damit verwertbar machen können. Mit dem Zustrom von Geflüchteten 2015/2016 und den EU-Zuwanderern in den letzten Jahren hat sich das Problem noch verschärft. Viele haben zwar Berufserfahrung, bringen aber keine formalen Abschlüsse mit. Innovative Methoden und Konzepte entstehen häufig in der Wissenschaft. Hier gucken wir uns natürlich um. Meine Kollegin Martina Schwenk besuchte 2015 eine Tagung des BMBF-Forschungsprojektes ASCOT. In dem Projekt wurden computerbasierte Testaufgaben entwickelt, um die Kompetenz von Auszubildenden zu überprüfen.
Nachdem sie von der Tagung berichtete, war uns ziemlich schnell klar, dass in dieser Art - am Computer berufliches Können zu testen - ein riesiges Potenzial liegt. Das Projekt ASCOT hatte reinen Forschungscharakter und war nicht für den breiten Einsatz gedacht. Von dem Potenzial derartiger Verfahren war unser Vorstand ebenso schnell überzeugt wie unser Kooperationspartner, die Bundesagentur für Arbeit.

Wo stehen Sie heute in der Umsetzung?

Seit Ende April 2019 sind alle 30 Tests fertig entwickelt. Sie stehen seitdem bundesweit allen Arbeitsagenturen und Jobcentern zur Verfügung.

Wo sehen Sie Ihr Projekt in fünf Jahren?

Wir hoffen, dass MYSKILLS in fünf Jahren zu den Standardinstrumenten der Berater und Vermittler in Agenturen und Jobcentern gehört. Darüber hinaus wünschen wir uns, dass sich auch die Nachqualifizierungspfade hin zum beruflichen Vollabschluss etabliert haben werden. Formal Geringqualifizierte von heute sollen die Fachkräfte von morgen werden.

Mehr erfahren auf myskills.de

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