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Neuigkeiten

Deutsche haben ambivalentes Verhältnis zu Mobilität

Deutsche haben ambivalentes Verhältnis zu Mobilität

2. November 2016 – Mobilität ist Teil unserer persönlichen Freiheit und unserer Lebensqualität. Doch laut einer aktuellen Umfrage anlässlich des Deutschen Mobilitätspreises findet jeder Vierte in Deutschland Mobilität auch anstrengend. weiterlesen

Online-Ideenwettbewerb zur Mobilität der Zukunft gestartet

Online-Ideenwettbewerb zur Mobilität der Zukunft gestartet

21. Oktober 2016 – Die Open-Innovation-Phase des Deutschen Mobilitätspreises beginnt: Ganz Deutschland kann mitmachen und Ideen einreichen. weiterlesen

Zehn herausragende Projekte mit dem Deutschen Mobilitätspreis 2016 geehrt

Zehn herausragende Projekte mit dem Deutschen Mobilitätspreis 2016 geehrt

20. Oktober 2016 – Die zehn Preisträger stehen fest: Im BMVI wurden die Sieger der Best-Practice-Phase des Wettbewerbs bekanntgegeben. weiterlesen

Die Jury hat entschieden: Zehn Innovationen aus Deutschland, die Mobilität intelligenter machen

Die Jury hat entschieden: Zehn Innovationen aus Deutschland, die Mobilität intelligenter machen

13. Oktober 2016 – Die Sieger des Deutschen Mobilitätspreises 2016 stehen fest: Am 19. Oktober ehren das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ die zehn Preisträger. weiterlesen

„Start-ups sollten gleich eine globale Perspektive mitdenken“

„Start-ups sollten gleich eine globale Perspektive mitdenken“

14. September 2016 – Maxim Nohroudi, CEO der Door2Door GmbH und Jurymitglied des Deutschen Mobilitätspreises, über die deutsche Start-up-Szene im Mobilitätsbereich. weiterlesen

„Zu einer zukunftsfähigen Straßeninfrastruktur gehören nicht nur gut ausgebaute Straßen“

„Zu einer zukunftsfähigen Straßeninfrastruktur gehören nicht nur gut ausgebaute Straßen“

2. September 2016 − Ministerialrat Roland Degelmann vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr über die Arbeit des Ministeriums mit Geo-Daten und Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur. weiterlesen

„Das Verhältnis zwischen Anbieter und Nachfrager verändert sich dramatisch“

„Das Verhältnis zwischen Anbieter und Nachfrager verändert sich dramatisch“

1. August 2016 − Der Geschäftsführer des InnoZ, Prof. Dr. Andreas Knie, schildert die neuen Mobilitätstrends und ihre gesellschaftlichen Folgen. weiterlesen

Wie Geoinformationssysteme Mobilität intelligenter machen

Wie Geoinformationssysteme Mobilität intelligenter machen

6. Juli 2016 − Prof. Dr. Gerd Buziek, Unternehmenssprecher der Esri Deutschland Group, über die Bedeutung von Geodaten für die Mobilität der Zukunft. weiterlesen

Info-Angebote für Bus und Bahn

Info-Angebote für Bus und Bahn

24. Juni 2016 − In unserer Statistik-Rubrik geht es heute um die Nutzung des ÖPNV in Deutschland. weiterlesen

Der Countdown läuft

Der Countdown läuft

15. Juni 2016 - Noch bis zum 3. Juli sind Bewerbungen für den Deutschen Mobilitätspreis möglich. weiterlesen

„Es kommt auf die gute Idee an“

„Es kommt auf die gute Idee an“

9. Juni 2016 - Ein Gespräch mit Robert Follmer vom Markt- und Sozialforschungsinstitut infas über den Zusammenhang von Mobilität und Teilhabe sowie die Möglichkeiten der Digitalisierung. weiterlesen

Routenplanung online

Routenplanung online

8. Juni 2016 - Die Statistik zeigt: Digitale Lösungen sind längst im Mobilitätsalltag der Bundesbürger angekommen. weiterlesen

„Fahrerlose Fahrzeuge könnten das Verkehrswesen umwälzen"

Herr Professor Liebchen, Sie sind im Studiengang Verkehrssystemtechnik an der TH Wildau für den Bereich Verkehrsbetriebsführung zuständig. Das klingt für den Laien zunächst einmal etwas unzugänglich. Mit was genau beschäftigen Sie sich?

Mein Fachgebiet umfasst den Begriff „Betrieb“ in zwei Dimensionen: Ich betrachte erstens den Verkehrsbetrieb, also das Verkehrsunternehmen, beispielsweise welche Aufgaben in diesen zum Einsatz von Fahrzeugen und Personalen regelmäßig zu erledigen sind.
Zweitens vermittle ich die eigentliche Durchführung des Verkehrs, was Betrieb genannt wird. Eisenbahnbetrieb betreffend gehen wir beispielsweise der Frage nach, unter welchen Bedingungen ein Signal überhaupt erst „grün“ zeigen darf. Straßenverkehr betreffend analysieren wir, was es mit „Stau aus dem Nichts“ auf sich hat und warum es weniger „Grüne Wellen“ gibt, als sich die meisten Straßenverkehrsteilnehmer schon mal gewünscht haben dürften.

Die Digitalisierung eröffnet zahlreiche neue Möglichkeiten für die Verbesserung von Mobilitätsangeboten, sei es beispielsweise unter Sicherheits- oder Umweltaspekten. Auch für die Verkehrsplanung ergeben sich eine Vielzahl neuer Anwendungsfelder. Welche würden Sie besonders hervorheben?

Wirklich umwälzende Änderungen für Verkehr, wie wir ihn heute kennen, erwarte ich vor allem dann, wenn fahrerlose Fahrzeuge sicher, mit vertretbaren Kosten und gleichberechtigt mit anderen Fahrzeugen am Straßenverkehr teilnehmen können und dürfen.

Was in der Stadt meist kaum ein Problem darstellt, kann auf dem Land hingegen zur großen Herausforderung werden: Der Bus kommt nicht gemäß des Fahrplans, die Bahn ist plötzlich ausgefallen. Kann auch hier die Digitalisierung helfen?

Insbesondere nach (Groß-) Störungen werden heute – wie vor 20 Jahren – nicht ausreichende Informationsflüsse zu den Fahrgästen bemängelt, leider nicht selten berechtigt. Nicht zuletzt aufgrund der mit Smartphones gestiegenen Erwartungen der Fahrgäste, muss der öffentliche Verkehr gerade hier immer besser werden und stets über jeweils mögliche Alternativen informieren. Hierzu kann im Sinne eines verlässlichen Öffentlichen Verkehrs auch der Verweis auf örtliche Taxianbieter zählen, für deren Fahrpreis das von der Störung betroffene Verkehrsunternehmen dann auf der Basis vorab vereinbarter Regeln (teilweise) aufkommen könnte.
Es ist aber auch klar: Nicht bei jeder Störung ist mit ihrem Eintreten exakt klar, wie lange sie einschränkend wirken wird (Personenunfall, Blitzeinschlag) – denn in die Zukunft sehen kann weder der beste Disponent noch Kollege Computer. Insofern wird es immer Informationen bzw. Empfehlungen geben, die sich im Nachhinein leider nur als „falsch“ herausstellen können.

Deutschlands Städte werden überschwemmt von neuen Mobilitätsformen wie Sharing-Angeboten oder Ride-Sharing-Anbietern – momentan sind beispielsweise Elektro-Tretroller stark im Trend. Herausforderung oder Chance für die öffentliche Infrastruktur?

In Elektro-Tretrollern kann ich persönlich nur einen sehr geringen positiven Beitrag zur Lösung städtischer Verkehrsprobleme ausmachen. Wenn hingegen ansprechende Ride-Sharing-Angebote dazu führen, dass (viel) weniger Autos als heute mit nur einem Insassen unterwegs sind, dann könnte sowohl verstopften Straßen als auch der Umwelt geholfen werden.

Wie wird sich der Verkehr in Zukunft entwickeln – was ist Ihre Vision für die Mobilität 2050?

Konkretes Ziel muss sein, dass ausschließlich lokal emissionsfreie Fahrzeuge eingesetzt werden, die zudem zu 100% mit regenerativ gewonnener Energie betrieben werden.
In „Ebene null“ fände ich den Einsatz sicherer und erschwinglicher fahrerloser Fahrzeuge überaus spannend, da dies tatsächlich für das gesamte Verkehrswesen umwälzend wirken würde und gewiss auch heute noch nicht erdachte Formen von Mobilität eröffnen wird.
Wenn daneben auch Technologien für den Transport von Waren und ggf. Personen in darüber liegenden Ebenen – also in der Luft – verfügbar werden, dann bin ich höchst gespannt auf die Debatten zu deren Akzeptanz, sowie die schließlich zu entwickelnden Regularien.

Alle Preisträger 2019 finden Sie hier.