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Neuigkeiten

Nationale Fachkonferenz Elektromobilität startet heute

Nationale Fachkonferenz Elektromobilität startet heute

6. Juni 2016 − In Berlin findet heute und morgen die Nationale Fachkonferenz Elektromobilität der Bundesregierung statt. weiterlesen

Interesse an E-Bikes

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4. Juni 2016 - Unsere Rubrik überrascht heute mit einem interessanten Fakt zum Thema E-Mobilität auf zwei Rädern. weiterlesen

„Chancen der Digitalisierung aktiv nutzen“

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2. Juni 2016 - Ein Gespräch mit Dorothee Bär über die Chancen der Digitalisierung für die Mobilität von heute und morgen. weiterlesen

LKW-Leerfahrten in Deutschland

LKW-Leerfahrten in Deutschland

1. Juni 2016 - In unserer Rubrik "Mobilität in Zahlen" geht es heute um den Güterverkehr auf Deutschlands Straßen. weiterlesen

Sondernewsletter zum Wettbewerbsstart

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24. Mai 2016 - Erfahren Sie mehr zum Wettbewerb und seinen Themen im Sondernewsletter der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“. weiterlesen

Digitale Innovationen für eine mobile Gesellschaft gesucht

Digitale Innovationen für eine mobile Gesellschaft gesucht

23. Mai 2016 - Unter dem Motto „Intelligent unterwegs – Innovationen für eine mobile Gesellschaft“ startet heute die Bewerbungsphase für den Deutschen Mobilitätspreis. weiterlesen

Eine Reise in die Welt der Mobilität von morgen

Eine Reise in die Welt der Mobilität von morgen

23. Mai 2016 - Schon heute können Sie spannende Einblicke in die Mobilität der Zukunft erhalten. weiterlesen

Audiobeitrag zum Wettbewerbsstart

Audiobeitrag zum Wettbewerbsstart

23. Mai 2016 - Hören Sie unseren Radiobeitrag zum Wettbewerbsstart des Deutschen Mobilitätspreis. weiterlesen

„Fahrerlose Fahrzeuge könnten das Verkehrswesen umwälzen"

Herr Professor Liebchen, Sie sind im Studiengang Verkehrssystemtechnik an der TH Wildau für den Bereich Verkehrsbetriebsführung zuständig. Das klingt für den Laien zunächst einmal etwas unzugänglich. Mit was genau beschäftigen Sie sich?

Mein Fachgebiet umfasst den Begriff „Betrieb“ in zwei Dimensionen: Ich betrachte erstens den Verkehrsbetrieb, also das Verkehrsunternehmen, beispielsweise welche Aufgaben in diesen zum Einsatz von Fahrzeugen und Personalen regelmäßig zu erledigen sind.
Zweitens vermittle ich die eigentliche Durchführung des Verkehrs, was Betrieb genannt wird. Eisenbahnbetrieb betreffend gehen wir beispielsweise der Frage nach, unter welchen Bedingungen ein Signal überhaupt erst „grün“ zeigen darf. Straßenverkehr betreffend analysieren wir, was es mit „Stau aus dem Nichts“ auf sich hat und warum es weniger „Grüne Wellen“ gibt, als sich die meisten Straßenverkehrsteilnehmer schon mal gewünscht haben dürften.

Die Digitalisierung eröffnet zahlreiche neue Möglichkeiten für die Verbesserung von Mobilitätsangeboten, sei es beispielsweise unter Sicherheits- oder Umweltaspekten. Auch für die Verkehrsplanung ergeben sich eine Vielzahl neuer Anwendungsfelder. Welche würden Sie besonders hervorheben?

Wirklich umwälzende Änderungen für Verkehr, wie wir ihn heute kennen, erwarte ich vor allem dann, wenn fahrerlose Fahrzeuge sicher, mit vertretbaren Kosten und gleichberechtigt mit anderen Fahrzeugen am Straßenverkehr teilnehmen können und dürfen.

Was in der Stadt meist kaum ein Problem darstellt, kann auf dem Land hingegen zur großen Herausforderung werden: Der Bus kommt nicht gemäß des Fahrplans, die Bahn ist plötzlich ausgefallen. Kann auch hier die Digitalisierung helfen?

Insbesondere nach (Groß-) Störungen werden heute – wie vor 20 Jahren – nicht ausreichende Informationsflüsse zu den Fahrgästen bemängelt, leider nicht selten berechtigt. Nicht zuletzt aufgrund der mit Smartphones gestiegenen Erwartungen der Fahrgäste, muss der öffentliche Verkehr gerade hier immer besser werden und stets über jeweils mögliche Alternativen informieren. Hierzu kann im Sinne eines verlässlichen Öffentlichen Verkehrs auch der Verweis auf örtliche Taxianbieter zählen, für deren Fahrpreis das von der Störung betroffene Verkehrsunternehmen dann auf der Basis vorab vereinbarter Regeln (teilweise) aufkommen könnte.
Es ist aber auch klar: Nicht bei jeder Störung ist mit ihrem Eintreten exakt klar, wie lange sie einschränkend wirken wird (Personenunfall, Blitzeinschlag) – denn in die Zukunft sehen kann weder der beste Disponent noch Kollege Computer. Insofern wird es immer Informationen bzw. Empfehlungen geben, die sich im Nachhinein leider nur als „falsch“ herausstellen können.

Deutschlands Städte werden überschwemmt von neuen Mobilitätsformen wie Sharing-Angeboten oder Ride-Sharing-Anbietern – momentan sind beispielsweise Elektro-Tretroller stark im Trend. Herausforderung oder Chance für die öffentliche Infrastruktur?

In Elektro-Tretrollern kann ich persönlich nur einen sehr geringen positiven Beitrag zur Lösung städtischer Verkehrsprobleme ausmachen. Wenn hingegen ansprechende Ride-Sharing-Angebote dazu führen, dass (viel) weniger Autos als heute mit nur einem Insassen unterwegs sind, dann könnte sowohl verstopften Straßen als auch der Umwelt geholfen werden.

Wie wird sich der Verkehr in Zukunft entwickeln – was ist Ihre Vision für die Mobilität 2050?

Konkretes Ziel muss sein, dass ausschließlich lokal emissionsfreie Fahrzeuge eingesetzt werden, die zudem zu 100% mit regenerativ gewonnener Energie betrieben werden.
In „Ebene null“ fände ich den Einsatz sicherer und erschwinglicher fahrerloser Fahrzeuge überaus spannend, da dies tatsächlich für das gesamte Verkehrswesen umwälzend wirken würde und gewiss auch heute noch nicht erdachte Formen von Mobilität eröffnen wird.
Wenn daneben auch Technologien für den Transport von Waren und ggf. Personen in darüber liegenden Ebenen – also in der Luft – verfügbar werden, dann bin ich höchst gespannt auf die Debatten zu deren Akzeptanz, sowie die schließlich zu entwickelnden Regularien.

Alle Preisträger 2019 finden Sie hier.